Streifzug
durch

die Jahreszeiten
Karriere einer Eule
Nachträuber lässt sich durch Trubel am Tag nicht stören

Siegerfoto: Mit diesem Eulen-Motiv setzte sich Gabi Blaesius bei einem Fotowettbewerb durch.
-di- Ottmarsbocholt. Gabi Blaesius geht öfter mit der Kamera auf die Pirsch. Nun ist ihr ein besonderer Treffer gelungen. Ein Motiv, das nicht nur
ihrer eigenen kritischen Bewertung standgehalten, sondern auch eine Jury überzeugt hat. Die „Eule im Maibaum“ findet sich in dem
„Mensch & Natur“-Kalender 2009. Insgesamt 4000 Fotos waren bei einem Wettbewerb des Versandhandels Pandas und des World Wildlife Fund (WWF)
für die 13 Seiten eingegangen. Dass die Ottmarsbocholterin die Hürde übersprungen hat, freut sie: Sie ist froh, dass ihre Leistungen als Hobby-
fotografin „Anerkennung finden“.
Die Eule, die die pensionierte Grundschullehrerin vor das Objektiv bekommen hat, lebt in einem Baum am Davertweg, obwohl das Waldgebiet nur
wenige Hundert Meter entfernt liegt. Das Symbol der Weisheit ist die Ruhe selbst: Der Nachträuber lässt sich nicht durch Menschen, Autos oder
Geräusche aus dem gegenüberliegenden Kindergarten stören. Auch nicht durch eine Fotografin. Blaesius, die einen Hinweis auf den an sich scheuen
Raubvogel erhalten hatte, konnte die Eule in Ruhe auf den Chip bannen. Honorar oder einen Geldpreis gibt es für das Siegerfoto nicht – immerhin
aber ein Exemplar des Kalenders. Ein Teil seines Verkaufserlöses komme dem WWF zugute, berichtet die ehemalige Lehrerin.
Ihr eigenes Kalenderprojekt mit Motiven aus Ottmarsbocholt und der Davert ist in Arbeit. Ein Eulen-Motiv wird sich auch darin finden.
Porträt einer nachtragenden Eule
Erika Holtsch freut sich: Das Aquarell der Eule vom Davertweg ist ihr gut gelungen.
Am kommenden Wochenende stellt die Ottmarsbocholterin in Ascheberg aus.
Foto: (sff)
Ottmarsbocholt - „Eulen nach Athen tragen“: Diese Redensart steht sprichwörtlich dafür, etwas völlig Überflüssiges zu tun. Derartig unnötig ist es,
die Ottmarsbocholterin Erika Holtsch von der Faszination der Aquarellmalerei überzeugen zu wollen. Denn die pensionierte Lehrerin, die 16 Jahre
lang an der Davertschule unterrichtet hat, ist seit ihrer Kindheit künstlerisch kreativ und hat sich vor vielen Jahren der Aquarellmalerei verschrieben.
Trotzdem musste ihr eine Eule „nachgetragen“ werden, damit ihr jüngstes Werk - das lebensnahe Porträt einer Waldohreule - endlich entstehen
konnte. Und mehr noch: Die Eule selbst machte der Ottmarsbocholterin die Aufwartung, bevor diese endlich zu Pinsel und Farben griff.
Und das kam so: „Beim Markt der Möglichkeiten 2008 hatte ich einen Stand neben der Fotografin Gabi Blaesius. Dort sah ich das Bild mit der Eule,
die am Davertweg brütet. Das gefiel mir so gut, dass ich um einen Abzug bat“, erinnert sich Erika Holtsch. Und tatsächlich: Eines Tage klingelte
es an der Haustür, und Gabi Blaesius trug die (fotografierte) Eule zur Malerin. „Sie wollte nichts dafür haben, sondern bat mich, die Eule irgendwann
auch zu malen. Später hat sie mich dann immer wieder gelöchert“, erzählt Erika Holtsch.
Doch aus verschiedensten persönlichen Gründen brachte die Malerin den Vogel nicht aufs Papier. Die Eule musste erst persönlich „anklopfen“: „Im
Juli war meine Enkelin zu Besuch, und als sie aus dem Fenster schaute, entdeckte sie die Eule mit drei Jungen im Vorgarten im Magnolien-Baum“,
lächelt die Malerin.
Jetzt, vor einer Woche ist das Bild endlich fertig geworden. Und kurz darauf wurde ihr die Eule noch einmal „zugetragen“, durch die Zeitungs-
zustellung der WN. Denn in unserer Mittwochsausgabe berichteten wir darüber, dass Gabi Blaesius mit einem Foto der Eule vom Davertweg den
vierten Platz beim Fotowettbewerb des Landes-Umweltministerium gewonnen hat.
Tja, Eulen sind wohl nicht nur weise, sondern auch besonders nachtragende Vögel.
» Mit der Aquarellmalgruppe „KünstlerBunt“ stellt Erika Holtsch am kommenden Wochenende (27. und 28. November), jeweils von 11 bis 18 Uhr,
im Ascheberger Spieker aus. Gemeinsam mit voraussichtlich neun weiteren Bildern von Erika Holtsch „flattert“ dann auch die Eule von Ottmarsbocholt
Eule landet bei Wettbewerb vorn

Nächtlicher Raubvogel im hellen Herbstlicht: Mit diesem Motiv erzielte Gabi Blaesius einen
vierten Platz beim Fotowettbewerb des Landes-Umweltministeriums.
Ottmarsbocholt - Es war sicher eine weise Entscheidung, das Bild einer Eule in den Wettbewerb zu schicken. Denn mit diesem Motiv überzeugte
Gabi Blaesius die Jury. Es ziert jetzt den Kalender „Land-Leben in Nordrhein-Westfalen“, den das Düsseldorfer Umweltministerium herausgibt.
Der nächtliche Räuber bringt der ambitionierten Fotoamateurin Glück. Denn: Vor zwei Jahren war Blaesius schon mit einer der Waldohreulen,
die zeitweise im Davertweg in Ottmarsbocholt wohnen, bei einem Fotowettbewerb des WWF erfolgreich („Eule im Mai“).
Das herbstliche Bild errang jetzt einen vierten Platz. Diesen Rang teilt sich die ehemaligen Grundschullehrerin mit neun Lichtbildner-Kolleginnen
und -Kollegen.
Rund 250 Fotos aus ganz Deutschland und Nachbarländern waren im Landes-Umweltministerium eingegangen. Ressortchef Johannes Remmel
gratulierte denjenigen, deren Bilder ausgewählt wurden, und dankte allen Teilnehmern.
» Der Kalender 2011 „Land-Leben in Nordrhein-Westfalen“ mit den Siegerfotos des Wettbewerbs ist ab Mitte November -so lange der Vorrat reicht-
erhältlich beim Infoservice des Umweltministeriums unter der Telefonnummer 0 21 1/4566666, per Fax an 0 21 1/4566 388 oder per Email an infoservice@mkulnv.nrw.de. Er kann auch ab Mitte November im Internet als Download bezogen werden. Eine Kalender mit Motiven „Rund um die Davert“ von Gabi Blaesius kann unter 0 25 98/92 96 68 bestellt werden.
WN 17.11.2010